Kurzurlaub: Venedig mit Baby

Städtereise mit Baby oder Kleinkind, klingt aufs erste für die meisten nach Stress und einer nahenden Katastrophe. Trotz Tipp aus dem Umfeld, besser in die Therme zu fahren, haben wir es gewagt und sind zu Dritt, für 2 Nächte nach Venedig gefahren. Hier habe ich nun unseren Erfahrungsbericht und einige Tipps für euch.

Reisezeit: Ende April, 2 Nächte
Kind: 1 Jahr
Kosten: €€€€€

(Achtung: enthält Werbung; selbst bezahlt)


rialto
Rialto Brücke ♥

Unterkunft:

Hier kommt auch schon der erste Tipp. Wir haben unsere Unterkunft auf Airbnb* gebucht. Da gibt es eine große Auswahl und jeder findet bestimmt etwas für seine Bedürfnisse.

Uns war es wichtig mehr Platz als ein kleines Hotelzimmer zu haben, da unser Babymädchen um einiges früher schlafen geht als wir. Privatsphäre steht bei uns auch großgeschrieben, daher haben wir uns auch für eine Unterkunft wo wir ohne Vermieter wohnen, entschieden. Unterm Strich hatten wir eine sehr nette, ruhige Wohnung, fußläufig vom Markusplatz entfernt und sind um einiges günstiger ausgestiegen als in einem Hotel mit Frühstück.

Anreise / Parkgarage:

Eigentlich wollten wir dem Tipp folgen und unseren Parkplatz online reservieren. Allerdings kommt es für uns nicht in Frage das Auto offen mit dem Schlüssel in der Zündung zurück zu lassen. Daher haben wir uns für die Parkgarage Tronchetto entschieden von der man auch nach wenigen Metern eine Vaporetto-Haltestelle erreicht, von der man direkt ins Zentrum gelangt. Kostenpunkt: 21€ pro Tag

Kinderwagen:

„Waaas, ihr nehmt euren Kinderwagen mit nach Venedig?! Das könnt ihr gleich vergessen!“

Ein Ratschlag der uns auch vor unserer Reise erreicht hat. Der Kinderwagen musste aber mit, da wir nicht wussten wie gut sie die Rückentrage annimmt. Mit Kinderwagen in Venedig unterwegs zu sein ist erstaunlicherweise nicht so dramatisch wie man oft hört. Die Brücken im Zentrum sind mit einer Rampe ausgestattet und man kommt ganz unkompliziert darüber. Spannender wird es bei den engen Gassen, wenn sich dort viele Menschen tummeln. Mit etwas Geduld und Zeit funktioniert das aber auch. Wenn es aber geht, würden wir im Nachhinein den Kinderwagen zu Hause lassen.

Rückentrage:

Glücklicherweise hat unser Mäderl die Rückentrage super angenommen. Dank der gemütlichen Polster stand auch dem 1,5 stündigen Mittagschlaf nichts im Wege. Auch ein wichtiger Punkt; die Trage ist ideal auf jeden einstellbar und somit war es kein Problem sie mehrere Stunden zu tragen. Unsere Trage: Kid-Comfort-3 Deuter

Vaporetto:

Das öffentliche Verkehrsmittel in Venedig ist das Boot, mit dem man super von A nach B kommt. Am besten man kauft sich ein 2 oder 3-Tages-Ticket um 30€ bzw. 40€ p.P., Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos. So hat man alle Linien von ATCV inkludiert und kommt überall gut hin. Nicht vergessen: Vor jeder Fahrt muss das Ticket gescannt werden auch wenn es kein Drehkreuz gibt!

Essen:

Das Thema „Essen“ hat uns leider sehr enttäuscht. Geschmacklich und preislich. So als Anhaltspunkt: eine Portion Spaghetti 15€. Die Portionsgröße war so klein, dass sogar ich als Frau min. 2-3 solcher Portionen bräuchte um satt zu werden. Leider gibt es noch immer Lokale die keine Kinderstühle haben.

Da sicher viele wissen wollen, wie wir unsere Tage gestaltet und was wir besichtigt haben, eine kurze Zusammenfassung:

Tag 1

Abfahrt 05.00 in der Früh – Ankunft in der Parkgarage Tronchetto ca. 10.30

Nachdem wir in unserer Unterkunft eingecheckt haben und uns gleich in der nahegelegenen „Via Garibaldi“ gestärkt haben, konnte der Urlaub beginnen.

Danach haben wir uns einfach durch die Gassen von Venedig treiben lassen. Nach einem kurzen Regen hatten wir wieder das schönste Wetter und beschlossen noch mit dem Boot auf den Lido zu fahren. Für etwas größere Kinder bestimmt ein Erlebnis, da der Strand voll mit schönen Muscheln ist und zu einem Strandspaziergang einladet.

Vom Hunger getrieben, haben wir es uns in einem netten Lokal am Lido gemütlich gemacht. Leider wieder sehr kleine Portionen und relativ überteuert. Bevor wir zurück in die Unterkunft sind, haben wir noch bisschen was fürs Frühstück eingekauft.

Tag 2

Wir starteten mit einem kleinen, gemütlichen Frühstück in der Wohnung. Den frühen Vormittag nutzten wir für die Besichtigung vom Markusplatz, mit der Hoffnung noch nicht ganz so viele Tagestouristen anzutreffen. Und wir hatten tatsächlich Glück auch wenn die Menschenschlangen nach und nach länger wurden. Für uns ging es weiter zur Realto-Brücke und zum Obst/Gemüsemarkt und Fischmarkt. Gestärkt ging es dann zum Boot nach Burano.

Eine unglaublich schöne, bunte Insel, die leider sehr viel von ihrem Flair durch die Massen an Touristen verliert. Inspiriert von dem vielen leckeren Fisch am Fischmarkt haben wir uns ein vielversprechendes Fischlokal gesucht. Leider wurden wir auch hier geschmacklich wie auch preislich enttäuscht. Dann ging es auch schon zurück.  Auch wenn der Tag schon sehr eindrucksvoll war, beschlossen wir mit dem Boot über den ganzen Canale-Grande zurück zu unserer Wohnung zu fahren.

Tag 3

Den dritten Tag konnten wir leider nicht mehr nutzen, da wir Regen und Wind hatten. Also haben wir uns nach dem Frühstück auf die Heimreise begeben.

Alles in Allem können wir sagen, dass es ein sehr schöner aber auch anstrengender Urlaub war, was er auch bestimmt ohne Kind gewesen wäre. Oft lässt leider auch die Kinderfreundlichkeit zu wünschen übrig, was wir sehr schade finden. Abschließend können wir sagen, dass es unheimlich wichtig ist, sich nicht einen zu straffen Zeitplan zu machen. Lange Menschenschlangen zu meiden und sich einfach durch die Stadt ohne Druck treibenzu lassen, denn so findet man die schönsten Ecken und Winkel der Stadt.

Wart ihr schon in Venedig? Vielleicht sogar mit Kind? Über eure Erfahrungen würde ich mich sehr freuen.

Eure Caroline ♥

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